Auf der einen Seite bemerken wir eine ständig wachsende Differenzierung z.B. bei Ernährungphilosophien, Zahnpasten, Frisuren, Mode  oder Schmuck. Wir haben in Deutschland weltweit die meisten Bauvorschriften und über 40.000 Medikamentenbezeichnungen, während andere EU-Länder mit weniger als 2000 Medikamenten auskommen.
Offensichtlich gibt es in vielen Bereich einen Drang nach Vielfalt, Differenzierung und Einzigartigkeit.

Andere beklagen jedoch den Druck zur ultimativen Anpassung an Regelsysteme, vermeintlich korrektes politisches Verhalten, an Anzugsordnungen, Gesetze oder auch einen Arbeitsrhythmus, der mehr und mehr von Maschinen vorgegeben wird.

ultimative anpassung

Schließlich müssen wir unseren Biorhythmus einem Arbeits- und Pausenregime unterwerfen, das zuweilen ganz andere Aktivitäts- und Erholungszyklen erzwingt, als unser Organismus gerade bereit ist, mitzugehen.

Die ultimative Anpassungsdruck in der Arbeitswelt hat zuweilen ein Maß erreicht, dass Menschen kaum noch Spielräume für Abweichungen lässt, ohne sanktioniert zu werden. Der starke Wettbewerbsdruck zwingt die Unternehmen zu einem hohen Grad der Automatisierung und der Dauerleistung (bzw. –auslastung) und entwickelt Arbeitssysteme, in denen Menschen sich nahtlos in den Automatenbetrieb einpassen müssen.

Die Frage, die hier entsteht, ist zum einen, inwieweit Menschen in der Lage sind, sich schrittweise solchen Systemen anzupassen, ohne nachteilige gesundheitliche Folgen zu erleiden.
Die andere Frage ist, welche Auswirkungen ein überdurchschnittlicher Anpassungsdruck auf das Freizeitverhalten hat.   

Entwicklung allgemeine Arbeitsunfähigkeit (BKK-Mitglieder)

Die durchschnittliche Anzahl von Arbeitsunfähigkeitstagen in Deutschland im Zeitraum  2006 bis 2016 stieg laut einer Statistik der BKK-Mitglieder im Zeitraum 2006 bis 2016 von 11,2 auf 17,4 Tage.

Statistik AU Tage

Quelle 3-2018: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/251313/umfrage/durchschnittliche-anzahl-von-arbeitsunfaehigkeitstagen-je-versicherten/

Schmerzpatienten
Laut einer Studie der Schmerzgesellschaft e.V. (Quelle: Häuser, W. et al, 2014), die von der RESTAXIL GmbH herangezogen wird, leben in  Deutschland ca. 23 Mio. Schmerzpatienten.

Psychische Erkrankungen nehmen zu
„Trotz rückläufiger Krankenstände in den letzten Jahren wächst der relative Anteil psychischer Erkrankungen am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Er kletterte in den vergangenen 40 Jahren von zwei Prozent auf 15,1 Prozent. Die durch psychische Krankheiten ausgelösten Krankheitstage haben sich in diesem Zeitraum verfünffacht. Während psychische Erkrankungen vor 20 Jahren noch nahezu bedeutungslos waren, sind sie heute drittthäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit. (BKK Gesundheitsreport 2016, S. 59)

Besondere Bedeutung und Brisanz erhalten psychische Erkrankungen auch durch die Krankheitsdauer: Die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Krankheitsfälle ist mit 36 Tagen dreimal so hoch wie bei anderen Erkrankungen mit 12 Tagen. (BKK Gesundheitsreport 2016, S. 47)

Psychische Erkrankungen sind außerdem die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühberentungen. Zwischen 1993 und 2015 stieg der Anteil von Personen, die aufgrund seelischer Leiden frühzeitig in Rente gingen, von 15,4 auf 42,9 Prozent (Deutsche Rentenversicherung Bund: Rentenversicherung in Zeitreihen 2016, S. 111). Gegenüber dem Jahr 2000 entspricht dies einer Steigerung der Fallzahlen um über 40 Prozent. Im Vergleich zu anderen Diagnosegruppen treten Berentungsfälle wegen "Psychischer und Verhaltensstörungen" deutlich früher ein; das Durchschnittsalter liegt bei 48,1 Jahren. (Deutsche Rentenversicherung: Positionspapier zur Bedeutung psychischer Erkrankungen, 2014, S. 24)“ (Quelle: http://psyga.info/psychische-gesundheit/daten-und-fakten/)

Arbeitszufriedenheit in Deutschland sinkt langfristig
Nach einer Studie der Uni Duisburg/Essen aus dem Jahre 2011 sank die Arbeitszufriedenheit in Deutschland zwischen 1984 von  7,6 Punkten  bis 2009 auf den Wert von 6,8 Punkten.   (Quelle: Yan Bohulskyy et al, 2011, IAQ-Report 11-03) 

Fazit:
1. Wir haben ein signifikantes kontinuierliches Ansteigen von Krankheitstagen bei BKK-Mitgliedern zu verzeichnen.
2. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. will 2014 oder früher  23 Mio. Schmerzpatienten in Deutschland ermittelt haben.
3. Der Anteil psychischer Erkrankungen an allen Erkrankungen, deren Krankheitsdauer und der Anteil der Frühverrentung auf Grund psychischer Störungen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen.
4. Die Arbeitszufriedenheit der Deutschen sinkt langfristig.

Die Frage, die wir uns stellen, ist: welchen Anpassungsdruck schafft die fortschreitende
E-Commerzialisierung für unterschiedliche daran beteiligte Berufsgruppen?

Und: ist es so, dass viele Jugendliche - aber auch Erwachsene - die Neigung entwickeln, das Word Wide Web mit all seinen fantastischen Möglichkeiten, der Wirklichkeit zu entfliehen, mehr und mehr zu ihrer neuen 2. Welt werden zu lassen? 

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